Europa Alternativ

Sep 2015

Gespräch mit George Katrougalos (SYRIZA)

Ein Gesprächs mit dem alten und neuen SYRIZA Arbeits- und Sozialminister George Katrougalos

Am 11. September 2015 trafen sich in Berlin linke und grüne Politiker und Politikerinnen, Gewerkschafter, Mitglieder des Instituts Solidarische Moderne, Vertreter und Vertreterinnen der Rosa Luxemburg Stiftung sowie Initiatoren des Aufrufs „Griechenland nach der Wahl − Keine Gefahr, sondern eine Chance für Europa“ zu einem Meinungsaustausch mit dem Arbeits- und Sozialminister der ersten SYRIZA-Regierung, George Katrougalos(1). Katrougalos war während seiner Zeit als Minister ebenfalls für die Reform der griechischen Verwaltung verantwortlich. Vor seiner Ernennung zum Minister war G. Katrougalos Mitglied des Europäischen Parlaments.
Der folgende Text fasst diesen Meinungsaustausch zusammen. Um den Text lesbarer zu gestalten, ist er in Form eines Interviews abgefasst.

(1) George Katrougalos wurde nach der für SYRIZA erfolgreichen Wahl am 20. September 2015 erneut zum Arbeits- und Sozialminister ernannt.


Frage: Wie lässt sich die gegenwärtige Situation in Griechenland auf den Punkt bringen?
George Katrougalos: Griechenland ist von der Euro-Gruppe zu einem neoliberalen Politiklabor gemacht worden, das ein Spiegelbild einer zutiefst neoliberalen EU darstellt. Diese Funktionalisierung Griechenlands erfolgte von außen in einem demokratischen Vakuum.
Die heutige Situation Griechenlands ist vergleichbar mit der Situation in Spanien 1936. Der Kampf, um den es heute geht, ist der Kampf um das europäische Sozialmodell. SYRIZA hat sich auf die Fahnen geschrieben, den sozialen „acquis“ in Griechenland zu verteidigen und eigene, nötige demokratische Reformen in Griechenland durchzusetzen.

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Was wird aus Kobanê?

Vor einem Jahr – am 15. September 2014 – fiel der IS/ISIS in den vorwiegend von Kurden bewohnten Kanton Kobanê in Nordsyrien – kurdisch: Rojava – ein. Knapp zwei Wochen später, am 28. September, begann der IS-Angriff auf das Stadtgebiet von Kobanê. Trotz des erbitterten Widerstandes der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG/YPJ) konnte der IS in den folgenden Wochen große Teile der Stadt unter seine Kontrolle bringen. Der IS war den Kurden zahlenmäßig und militärtechnisch überlegen. Doch sowohl der IS als auch die internationale Öffentlichkeit hatten den Widerstandswillen der Kurden unterschätzt. Erst mit der Unterstützung durch die FSA und nordirakischer Peshmerga-Einheiten, die mit schweren Waffen ausgerüstet waren, sowie durch die Luftunterstützung durch die von den USA geleitete internationale Koalition gelang es der YPG/YPJ Anfang Februar, die Stadt Kobanê vom IS zu befreien.

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